Rezension: Felicity Kendal liefert in Heuschnupfen eine komische Meisterleistung

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Regisseurin Lindsay Posners Inszenierung von [**Noel Cowards Hay Fever**](https://www.londontheatredirect.com/de/play/378/Hay-Fever-tickets.aspx), einer farcischen Komödie der Sitten, kommt nach einer sehr gut aufgenommenen Spielzeit im Theatre Royal in Bath letzten Sommer ins West End.
Angeführt wird die Besetzung von **Felicity Kendal**, die ihre Rolle aus der Bath-Produktion wieder übernimmt. Sie spielt die ehemalige Schauspielerin Judith, die Matriarchin der bohemienhaften und unglaublich egozentrierten Familie Bliss. Und so wie **Kendall** als Judith ihren Ehemann, ihre Kinder und alle in ihrem Umfeld dominiert, dominiert sie auch das Stück selbst, das zwar sehr unterhaltsam ist, aber ein wenig Sprudel vermisst, wenn sie nicht auf der Bühne steht. So selbstsüchtig ist diese Gruppe (Judith, ihr Autoren-Ehemann David, gespielt von **Simon Shepherd**, und ihr zwanzigjähriger Sohn und ihre Tochter, gespielt von **Alice Orr-Ewing** und **Edward Franklin**), dass sie alle einen Gast für das Wochenende in ihr Landhaus eingeladen haben, ohne die anderen Familienmitglieder zu informieren. Hinzu kommt, dass jeder Gast in der Hoffnung auf romantische Intrigen dorthin gelockt wurde, und man hat alle Zutaten für die Wochenend-Landhausparty aus der Hölle. Die unglücklichen Gäste werden zu Opfern, die im Zentrum dieses Strudels aus aufeinanderprallenden Egos gefangen sind. Eine Szene, in der die Familie die Geduld verliert, weil die Gäste die Regeln der After-Dinner-Spiele nicht verstehen, ist besonders lustig. **Felicity Kendall** liefert als Judith, ein schwindender Star, die nun ohne Publikum ein komisches Turnierspiel abliefert und ihre Melodramatik und ihre Theatralität den Menschen um sich herum aufzwingt. Ihr komödiantisches Timing ist makellos, und sie spielt Cowards absichtlich übertriebene Dialoge bis zum Äußersten. Coward war natürlich die Meisterin des Wortes, und auch wenn [**Hay Fever**](https://www.londontheatredirect.com/de/play/378/Hay-Fever-tickets.aspx) vielleicht nicht so viele denkwürdige Zeilen enthält wie ein Klassiker wie Private Lives, gibt es hier dennoch vieles, das vollkommen köstlich ist. Unglaublicherweise schrieb er das Stück in nur drei Tagen und nahm praktisch keine Überarbeitungen vor. Hervorragende Unterstützung gibt es **Alice Orr-Ewing, die** ihr Bühnendebüt als Sorrel, die Bliss-Tochter (die genauso sein soll wie ihre Mutter), **Michael Simkins** als Sorrels gestresster Gast Richard Greatham und eine wunderbar verführerische **Darbietung von Sara Stewart** als Myra Arundel. Es gibt eigentlich kein schwaches Glied unter dem neunköpfigen Ensemble, aber so groß ist das Staunen von **Felicity** , dass sie alle lieber ihr folgen. Eine Situation, die Judith natürlich nicht anders hätte.

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