Der Humor macht dieses Musical einzigartig wie nichts, was je im West End zu sehen war. Die Show ist so frisch und bringt etwas völlig anderes ins West End. Es scheint viele Leute zu überraschen, und ich habe mit vielen gesprochen, die The Book of Mormon schon mehrfach gesehen haben (ich auch).
Das Treiben im Theater, sowohl vor, während als auch nach der Vorstellung, ist einzigartig, wie ich es je erlebt habe. So viele Menschen geraten während des gesamten Films in unkontrollierbare Lachanfälle. Die Show folgt zwei mormonischen Missionaren, die nach Uganda geschickt werden, um ein Dorf zu bekehren – eine Herausforderung, die nicht einfach ist. Wenn es je eine Aufführung gab, die nicht ernst genommen werden sollte... dann ist es The Book of Mormon. Für manche ist es ein unglaublicher Spaß, für andere ein heimliches Vergnügen.
Das Buch und die Musik von Trey Parker, Robert Lopez und Matt Stone sind ungewöhnlich, da sich keine Sekunde der Show zu lange zieht und es kein einziges schwaches, vergessenswertes Musikstück gibt – ich glaube, das kann ich von keinem anderen Musical behaupten?
Das Ensemble ist außerirdisch, jeder einzelne liefert eine perfekte Leistung. Gavin Creel, frisch von der US-Nationaltour, beherrscht die Bühne wie ich es noch nie zuvor bei jemand anderem als Elder Price gesehen habe. Das war das zweite Mal, dass ich ihn in dieser Rolle sah, und seine Darstellung ist enorm gewachsen und sein Gesang ist absolut solide.
Zunächst versteckt sich Elder Cunningham im Schatten von Elder Price, doch im Verlauf der Show stahl Daniel Buckley (Stand-on Elder Cunningham) das Rampenlicht und die Zuneigung des Publikums. Er macht die Rolle zu seiner eigenen und brachte das gesamte Publikum zum Lachen. Seine Interpretation von 'Man Up' war der Höhepunkt der Show, und bei den letzten Verbeugungen erhielt Buckley den größten Jubel vom bewundernden Publikum.
Alexia Khadime ist ganz einfach eine West-End-Königin – gibt es etwas, das sie nicht kann? Ihre Darstellung von Nabulungi ist süß und zugleich witzig, und ihre Gesangsleistung ist erneut atemberaubend fehlerfrei. Alexia liefert sowohl Sal Tlay Ka Siti als auch Hasa Diga Eebowai mühelos.
Eine weitere herausragende Darbietung kommt von Stephen Ashfield, der seinen Darstellungen von Moroni und Elder McKinley einen Hauch britischen Humors verleiht. Turn It Off war ein weiteres Highlight, gerade wenn man denkt, The Book of Mormon könnte nicht noch lächerlicher werden... das tut es. Das Ensemble ist kraftvoll, präzise und kompakt, alle großen musikalischen Nummern sind ein wahres Spektakel. Scott Pasks Bühnenbild ist ziemlich schlicht und wirkt stellenweise etwas billig, passt aber gut zum Mick-Take-Gefühl der Show.
Wenn Sie leicht beleidigt sind, dann buchen Sie einfach keine Tickets für diese Show. Sie ist äußerst beleidigend und die Sprache ist obszön. The Book of Mormon ist mutig, kühn und direkt und sieht so aus, als würde es noch jahrelang im West End laufen.
★★★★★
Rezension von Andrew Tomlins
Rezension am Dienstag, den 7. Januar 2014
The Book of Mormon ist bis zum 3. Mai 2014 im Price Of Wales Theatre zu sehen.