Slave Play: 100.000 Gründe, die Show zu sehen.

Published on 1 March 2024

Die kraftvolle und provokante Inszenierung begann sein Leben in einem winzigen einstöckigen Gebäude am Stadtrand von New York. Die Geschichte im Inneren war jedoch nie nur eine Sache. Es war wild und witzig, mutig und doch zugänglich. Die Herausforderungen des Rassismus im Amerika des 21. Jahrhunderts durch sexuelles Rollenspiel auf einer Vorkriegsplantage hervorgehoben.

Das bahnbrechende Stück wirft dem Publikum einen Spiegel (das Bühnenbild wird buchstäblich von einem riesigen Spiegel dominiert, der sich von einer Seite der Bühne zur anderen erstreckt), sodass sie sich selbst auf der Bühne sehen müssen. Verdreht und verzerrt, ins Zentrum der Handlung gestellt, und fragt sie: Welche Rolle spielst du dabei?

Sklavenspiel im Golden Theater

Die zeitgemäße Produktion wechselte schnell ins Golden Theater am Broadway, wo sie, wie der Name des Theaters schon sagt, glänzte. Die Broadway-Laufzeit wurde aufgrund der enormen Nachfrage verlängert und erreichte Zuschauer, die normalerweise nie ins Theater gehen würden. Tatsächlich waren 30 % der Zuschauer, die die Show sahen, 'neu im Archiv', was bedeutet, dass sie noch nie zuvor ein Ticket für eine der vorherigen Produktionen in diesem Theater gekauft hatten. Bei den meisten Stücken, besonders bei Stücken, liegt der Anteil der 'neu im Archiv' meist im einstelligen Bereich, und wir sprechen hier nicht von 8 oder 9 %. Die Kritiker waren genauso begeistert von der Produktion wie das Publikum. Es erhielt unzählige 5-Sterne-Bewertungen und schrieb Geschichte, indem es Angels in America übertraf und zum meistnominierten Stück aller Zeiten wurde, mit unglaublichen 12 Nominierungen, darunter Bestes Stück, Beste Regie und Beste Filmmusik.

Im Verlauf der längeren Laufzeit sahen 100.000 Menschen die Show, wobei Rihanna, Donald Glover und Harry Styles nur einige ihrer berühmten Fans waren. Sie ist jedoch nicht nur für Privilegierte, sondern richtet sich an diejenigen, die sich in einem Theaterumfeld normalerweise unwohl fühlen würden.

Der Dramatiker Jeremy O. Harris schuf spezielle BLACK OUT-Aufführungen der Show, eine Nacht, an der alle Plätze für Personen mit schwarzer Identität reserviert waren. Die Broadway League veröffentlichte kürzlich ihren demografischen Bericht zur Verfolgung des Broadway-Publikums in der Saison 2022-2023 und stellte fest, dass die BIPOC-Besucher (Black, Indigenous, or People of Color) nur 29 % aller Zuschauer ausmachten. Unglaublicherweise ist diese Zahl die höchste seit Beginn der Aufzeichnungen. 

Die BLACK OUT-Aufführungen waren ein großer Erfolg und ermutigten diejenigen, die sich in der Vergangenheit vom Theater entfremdet gefühlt haben. Da sie in einer akzeptierenden Umgebung willkommen geheißen werden, hofft man, dass sie ihre Theaterreise fortsetzen und ihre Liebe sowie ihr Theaterbesuch wachsen. Das muss doch für alle gut sein, oder?

Die West-End-Produktion veranstaltet außerdem BLACK OUT-Aufführungen am Mittwoch, den 17. Juli, und am Dienstag, den 17. September, die direkt vom Theater aus verkauft werden. Dies soll die Theatermitglieder nicht entfremden, sondern sie in einen als geschlossenen Kreis wahrgenommenen Kreis einladen. BLACK OUT-Aufführungen dienen dazu, Inklusivität und Akzeptanz zu  fördern.

Nur weil eine Gruppe von Zuschauern aktiv ermutigt wird, heißt das nicht, dass die anderen aktiv diskriminiert werden. Die Produzenten von Slave Play, Empire Street Productions, bestätigten dies, indem sie eine Erklärung veröffentlichten, die kategorisch bestätigte, dass 'niemand daran gehindert oder ausgeschlossen wird, an einer Aufführung von Slave Play teilzunehmen'. 

Slave Play mag kontrovers erscheinen, aber es ist eine der offensten Theaterproduktionen. Es möchte, dass jeder kommt, um die Show zu erleben und die bestmögliche Zeit dort zu haben. Der Regisseur Robert O'Hara und der Dramatiker Jeremy O. Harris haben bei der Inszenierung jeder einzelnen Sichtrichtung berücksichtigt, um sicherzustellen, dass jeder eine großartige Sicht hat, egal wo er sitzt. Während der Produktionen saß Techniker O. Harris nur auf der Zwischentreppe (oberer Kreis) und führte von dort aus Regie bei Teilen des Stücks mit der Behauptung : 'Wenn es sich für mich nicht gut anfühlt, rufe ich [zu Regisseur Robert O'Hara] hinunter.' Egal, ob Sie schon tausendmal im Theater waren oder nie durch die Türen gegangen sind, Slave Play ist kategorisch ein Stück für alle.

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