The Weir Review: Geistergeschichten und Pints am Kamin – der perfekte herbstliche Abend
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(Updated on 23 Sep 2025)
Es ist kein Geheimnis, dass Irland eine Nation von Geschichtenerzählern ist. Von meinen persönlichen Favoriten Van **Morrison**, **Erin Quinn** aus *Derry Girls* und **Frank McCourt** aus *Angela's Ashes* bis hin zu den Originalen **James Joyce, Oscar Wilde, Bram Stoker** und **Samuel Beckett** – eine Geschichte zu spinnen gehört praktisch zur DNA. **Conor McPherson** verankert sich fest in dieser Tradition, und sein Stück *The Weir* von 1997 – das sowohl den Olivier- als auch den Evening Standard Award für das beste neue Stück gewann – zeigt genau warum.
Der Handlungsplatz ist ein kleiner, windgepeitschter Pub im Nordwesten Irlands – scheinbar von der Außenwelt isoliert – genau der Ort, an dem das Feuer gegen den heulenden Wind draußen knistert und man fast erwartet, dass das Pintglas durch die Böen klappert. Anfangs ist es Wettergespräche, Klatsch von Fischfrauen über Grundstücksverkäufe und die beruhigende Routine von "nur einem kleinen" (oder manchmal einem "großen kleinen"). Hinter der Bar sitzt Brendan, der Bier für die Einheimischen Jack den Mechaniker und Jimmy einschenkt. Hier kommt Finbar, der flamboyante Grundstücksherr, der im Grunde die Hälfte des Dorfes aufgekauft hat, und stolziert mit 'Ninja Turtle'-Karate-Chops und hohen Tritten, um Valerie vorzustellen, eine "Blow-in" aus Dublin. Sie ist die Außenseiterin, und ihre Anwesenheit bringt die Männer dazu, mit ihren großen Geschichten zu prahlen – zuerst leicht, dann unheimlich, dann tief persönlich.
Oberflächlich betrachtet sind das Geistergeschichten, angetrieben von Ouija-Brettern (oder "Luigi-Brettern", je nach Fachwissen) und diesem gesunden irischen Respekt vor dem Übernatürlichen – Feenstraßen, Folklore, Banshees, Dinge, die nicht gesehen, aber nie abgetan werden. Doch **McPhersons** Genie liegt darin, wie das Übernatürliche in das Alltägliche übergeht. Was als Überheblichkeit und Geplänkel beginnt, enthüllt langsam etwas Rohes: das Gewicht der Trauer, der Schmerz des Bedauerns und das menschliche Bedürfnis, gehört zu werden.
Die Grenze zwischen komisch und herzzerreißend ist messerscharf – in einem Moment heißt es: "Sie war keine Alkoholikerin, sie war eine überzeugte Trinkerin", im nächsten Moment herrscht Stille, während jemand seine Wunden offenlegt. **McPherson** ist sowohl der Meister des Monologs als auch des komödiantischen Dialogs, und das gesamte Ensemble – angeführt vom brillanten [**Brendan Gleeson**](https://www.londontheatredirect.com/de/news/brendan-gleeson-career) – wechselt geschickt zwischen der Wärme des Pub-Gesprächs und Momenten durchdringender Verletzlichkeit.
Was *The Weir* so beliebt macht, ist dieses Gleichgewicht: klein im Maßstab, aber enorm in der Wirkung. Das Stück schreit nie; Sie flüstert und erinnert uns daran, dass Geschichten nicht nur Unterhaltung sind, sondern eine Möglichkeit, das zu verstehen, was wir nicht erklären können, und eine Verbindung zu finden. Wenn du gehst, hast du nicht mehr das Gefühl, ein Theaterstück gesehen zu haben, sondern einen Abend in einem Pub verbracht zu haben, in dem Fremde zu Begleitern wurden. Es fühlt sich intim an, so wie gewöhnliches Geplapper langsam in etwas Rohes und Unheimliches übergeht: persönliche Geschichten, unterbrochen von Bieren. Und wirklich, wer würde nicht noch eine Runde länger bleiben wollen?
[*The Weir*](https://www.londontheatredirect.com/de/play/the-weir-tickets) läuft bis Samstag, 6. Dezember 2025, im [Harold Pinter Theatre](https://www.londontheatredirect.com/de/venue/harold-pinter-theatre-london). (Ungefähr 10 weitere 'Kalenderwochen', wenn man Finbar ist.) Buchen Sie noch heute Ihre Tickets.