Cats – Auf dem Weg zurück an die Spitze!

Published on 16 December 2014

1981 hätte die Idee eines Musicals über singen und tanzende Katzen selbst den vernünftigsten Menschen verrückt klingen lassen. Über drei Jahrzehnte später ist die Idee für viele immer noch nicht sehr ansprechend.  Wie können fast drei Stunden Theater mit wenig bis gar keiner Handlung ein Publikum unterhalten? Bis heute weiß ich die Antwort nicht, doch Cats ist im London Palladium wieder auf den Beinen gelandet und bietet einen magischen und unvergesslichen Theaterabend.

Andrew Lloyd Webbers wunderschöne Partitur bleibt größtenteils erhalten und ergänzt Dame Gillian Lynnes atemberaubende Choreografie, die von den Tänzern auf der Bühne mit solcher Energie und Perfektion vorgetragen**** wird. Cats-Bühnenbildner John Napier begeistert weiterhin mit einem Bühnenbild, das sich durch das London Palladium schlängelt und es den Darsteller ermöglicht, überall in diesem wunderschönen Theater aufzutreten. Das stärkste Element dieser Neuauflage ist jedoch das talentierte und fleißige Ensemble, und sie liefern alle großartige Darbietungen ab.

Während der gesamte Cats-Cast großartig war, stachen besonders Joseph Poultons Mr Mistofolees und Callum Trains Munkustrap hervor. Beide spielten die Rollen mit solcher Leichtigkeit und Geschmeidigkeit, dass man leicht vergaß, dass ich nicht tatsächlich echte Katzen auf der Bühne tanzen und singen sah. Trotz insgesamt erstaunlicher Darbietungen gab es ein Ensemblemitglied, das für mich am hellsten glänzte.

Nicole Scherzinger war als ehemalige Glamourkatze Grizabella herausragend und beendet die Show mit ihrer atemberaubenden und bewegenden Darbietung von Memory. Ich hatte dieses Lied oft als sehr überbewertet empfunden, doch Scherzingers Version hatte mich völlig sprachlos zurückgelassen. Ich wünschte nur, Grizabella hätte eine größere Rolle, nur damit wir mehr von dieser talentierten Schauspielerin und Sängerin auf der Bühne sehen könnten.

Es gab einen großen Makel in dieser Wiederaufnahme, und das war die Modernisierung der Figur The Rum Tum Tugger. Das Produktionsteam hatte die liebenswerte, "neugierige Katze" in eine rappende "Straßenkatze" verwandelt. Natürlich waren die neuen Orchestrierungen und der Beat eingängig, und die neue Choreografie von Antoine Murray-Straughan war sehr elegant, aber die Figur passte einfach nicht mehr in die Show. Manchmal fühlte sich die Figur eher wie in einen Rap-Off als in ein West-End-Musical an.

Obwohl die Handlung manchmal zu dünn ist und einige Nummern etwas veraltet wirken, ist diese Cats the Musical London-Produktion ein zeitloses und bezauberndes Musical, das jeder mindestens einmal in neun Leben erleben sollte.

Cats Testbericht ★★★★

Rezension von Jake Samson

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