Mary Stuart

Published on 26 January 2018

Kopf.  In einem erstickten Atemzug entscheidet sich Lia Williams für die Rolle der Elizabeth I. des Abends.  Eine Münze wird geworfen, Bildschirme im Auditorium zoomen heran und das Publikum lehnt sich vor.  Zahl.  Das Schicksal hat gesprochen, das Ensemble dreht sich um und verbeugt sich tief vor Juliet Stevenson, und Williams wird von der Bühne geführt und ins Gefängnis geführt, während die Aufführung von Mary Stuart beginnt. 

Nach einer von der Kritik gefeierten, ausverkauften Saison im Almeida Theatre von 2016 bis 2017 findet Mary Stuart nun ein neues Zuhause am Duke of York's Theatre, bevor sie auf eine UK-Tournee geht.  Erstmals 1800 in Deutschland aufgeführt, folgt Friedrich Schillers Stück den letzten Tagen der Gefangenschaft von Maria Stuart, Stuart, im Fotheringhay Castle, weil sie angeblich geplant hatte, Elisabeth I. im Thron zu erobern.  Diese Produktion, adaptiert und inszeniert von Robert Icke, ist temporeich, fesselnd und mitunter atemberaubend – was für ein dreieinviertelstündiges Stück keine leichte Aufgabe ist.

Dies ist eine rohe und reduzierte Produktion, die die politischen und emotionalen Dilemma jeder Figur offenlegt und durch die Jahrhunderte flüstert, um unglaublich modern zu wirken. Auch die Kleidung ist modern; die Darsteller tragen graue Anzüge oder einfache Kleider, während Elizabeth und Mary identisch in schwarzen Samtanzügen und seidigen weißen Hemden gekleidet sind. Ihre Parallelen sind deutlich zu erkennen. Wir werden nahtlos durch die Wendungen immer kreisender Streitigkeiten geführt, während das Publikum zwischen Verärgerung und Mitleid über die schicksalhafte Reise, auf der sich diese beiden Schwestern befinden, schwankt.

Es ist schwer zu wissen, wer mehr gefangen ist; Mary in ihrer Zelle, Elizabeth im Hof oder das Publikum, das vom Kartenhaus gebannt ist, das vor ihnen umstürzt. Hildegard Bechtlers schlichtes und stoisches Design umschließt das Geschehen, das kahle Mauerwerk und das drehbare Holzzentrum drehen sich langsam wie ein unheilvolles Karussell und erinnern uns ständig daran, wie nah diese beiden sind; zwei Seiten einer Medaille. Laura Marlings wunderschöne und eindringliche Musik, die eigens für diese Produktion komponiert wurde, zupft bewegend unter der Handlung und hallt den Schlag von Marys stets geduldigem Herzen wider.

Unterstützt von einigen atemberaubenden Darbietungen des Ensembles ist Mary Stuart ein absolutes Muss zweimal – nicht nur, um die Kontraste von Marys aus Stevenson and Williams zu entdecken.   Die berühmt erfundene Szene, in der Elisabeth I. und Maria sich begegnen, ist atemberaubend.  Ihre ausgestreckten Hände greifen über die Bühne und durch die Zeitalter, ergreifen Herz und Geist und lassen nicht los, selbst nachdem man das Theater verlassen hat.

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Laura Franek

By Laura Franek

Laura ist Schauspielerin und Autorin mit Sitz in Süd-London