Mary Stuart "wie ein zeitgenössischer politisch-psychologischer Thriller"

Published on 7 February 2018

Mary Stuart ist eine fantasievolle Interpretation ihres Lebens und des Lebens von Königin Elisabeth I., mit einem reduzierten Bühnenbild und zeitgenössischer Kleidung des 21. Jahrhunderts. Die Ergänzung, zu Beginn eine Münze zu werfen, verstärkt die Spannung und wohl auch die Rivalität, da niemand weiß, ob Juliet Stevenson oder Lia Williams Königin Elisabeth I. oder Mary Stuart sein wird.

Robert Ickes hervorragende Adaption und das hervorragende Schauspiel der Besetzung sorgen dafür, dass das Drehbuch zwar in Versform geschrieben ist, aber natürlich klingt, besonders da die Schauspieler die Rhythmen und Sprachmuster alltäglicher Gespräche nutzen. Das emotional schmerzhafte Duell zwischen Williams' Mary Stuart und Stevensons  QEI ist ein unvorhersehbarer Kampf, obwohl wir die Geschichte kennen. Die Körpersprache, der Tonfall der Schauspieler und der scharfe Dialog ermöglichen es uns, ihre Gefühle und Gedanken wahrzunehmen. Die beiden Queens nutzen ihre Intelligenz, Leidenschaft und Hass, um sich gegenseitig zu manipulieren. An einer Stelle verfallen sie in grausame Beleidigungen. Das Machtverhältnis zwischen ihnen ändert sich ständig und ebenso die Loyalitäten des Publikums; mit jedem Schlag und Parieren offenbaren sie ihre Verletzlichkeit, Wut, Stärke und Selbstgerechtigkeit. Am Ende sind sie beide von ihrer erschöpfenden Begegnung verletzt.

Ich war begeistert von der Politik, der Psychologie und der machiavellistischen Intrigen der Queens, ihrer Berater und Verbündeten, die Mary Stuart wie einen zeitgenössischen politisch-psychologischen Thriller erscheinen lassen.

Jede Figur hat eine große Tiefe. Der Eifer und Eifer des neu bekehrten Katholiken Mortimer wird fantastisch von Rudi Dharmalingam dargestellt, der zum Doppelagenten für Mary Stuart geworden ist. Seine jugendliche Begeisterung wird unheimlich, er ist wie Mary Stuarts Stalker. Die Komplexität von QEIs Charakter wird von Stevenson organisch offenbart. Ihre Königin ist ein faszinierender Widerspruch aus Macht und Verletzlichkeit, Charme und Tyrannei, Intelligenz und Leichtgläubigkeit. Als sie sich selbst einredet, sie müsse Mary Stuarts Todesurteil unterschreiben, sei aber nicht für die Entscheidung verantwortlich, ist das eine erstaunliche Mischung aus Humor, Kummer und Bedrohung. Williams' Mary Stuart ist eine Überlebende, voller Lebensleidenschaft, vielleicht zu romantisch, sie wird von der kompromisslosen Handmaid Hannah Kennedy gemildert, brillant gespielt von Carmen Munroe.

Es gibt auch verschiedene humorvolle Momente, unter anderem als John Light als Lord Leicester Königin Elizabeth davon überzeugt, dass er als ihr Doppelagent fungierte, um sie vor Mary Stuarts Mordplan zu schützen.

Der ultimative Machtwechsel wird symbolisch dargestellt, als die Diener QEI in königliche Kleidung des sechzehnten Jahrhunderts kleiden, während Mary Stuart für ihre Hinrichtung entblößt wird.

Robert Ickes Mary Stuart-Karten sind ab sofort bis zum Ende der Spielzeit im Duke of York's Theatre am 31. März 2018 erhältlich.

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Sandra Howell

By Sandra Howell

Seit meiner Kindheit und jetzt als Erwachsener liebe ich es, als Amateur in Chören und Theater aufzutreten. Als Theaterbesucher sind meine Vorlieben breit gefächert, ich genieße Musicaltheater und Tanz.  Ich bin leidenschaftlich für Stücke von einer Vielzahl von Autoren. Ich bin begeistert von der großen Vielfalt zeitgenössischer Stücke, die unterhalten, herausfordern und mich tief fühlen lassen.

Zehn Jahre nachdem mich ein lebensbedrohlicher Verkehrsunfall behindert gemacht hatte, ging ich in den Ruhestand als National Officer einer Gewerkschaft. In den letzten Jahren wurde ich nach dem Besuch von Kursen im kreativen Schreiben dazu inspiriert, Kurzgeschichten zu schreiben. 2017 begann ich, Theaterrezensionen zu schreiben, und ich bin begeistert von den Möglichkeiten, zwei meiner Leidenschaften zu verbinden: Live-Theater und Schreiben.