Das "Jukebox"-Musical ist zu einem umstrittenen Thema im Theater geworden. Für manche stellen sie eine Verdummung dar, bei der Kreativität durch oberflächliche Geldmachereien unterdrückt wurde. Für andere bieten sie die einfachen Freuden eines unterhaltsamen Abends. Als eines der ersten "Jukebox"-Musicals, das kürzlich sein zehnjähriges Jubiläum feierte, steht We Will Rock You im Zentrum dieser Dichotomie.
Die Show entführt das Publikum durch die Musik von Queen und die spektakuläre Rockkonzertbeleuchtung in eine computerisierte Zukunft, in der Rockmusik nur ein Mythos ist. Man kann jedoch mit Sicherheit sagen, dass We Will Rock You nicht besonders gut gealtert ist. Die Handlung, die unter anderem stark von The Matrix inspiriert ist, wurde nie gut aufgenommen und dient stattdessen nur als Vehikel für die Musik. Obwohl einige Teile von Ben Eltons Skript für das aktuelle Publikum angepasst und aktualisiert wurden, bleiben viele der Witze so peinlich wie eh und je und das ständige Zitieren wird schnell ermüdend.
Es ist jedoch die Inszenierung, die am meisten ihr Alter zeigt. Was einst ein echtes Spektakel war, wirkt heute im Vergleich zu aktuellen West-End-Ergänzungen wie Rock of Ages oder Ghost: The Musical veraltet. Rock of Ages bietet besonders starke Konkurrenz mit einem ähnlich campigen Ton, aber frischerem Gefühl, obwohl die Musik im Vergleich zu Queen verblasst. Hier ist die Bühne oft leer bis auf die Darsteller, und die computergenerierten Grafiken wirken primitiv, da sie sich in den letzten zehn Jahren nicht verändert haben.
Was sich ebenfalls nicht geändert hat, ist der Fokus der Serie auf Musik und Performance, der wie immer großartig ist. Brenda Edwards spielt schon seit einiger Zeit Killer Queen auf der Tour der Show und bietet hier eine angemessen solide Gesangsleistung. Die Charakterisierung der vier Hauptdarsteller mag klischeehaft wirken, aber Scott Monello (Galileo), Lauren Varnham (Scaramouche), Rachel John (Meat) und Wayne Robinson (Brit) zeigen bewundernswerte stimmliche Stärke in der abwechslungsreichen Mischung aus Balladen und schweren Rocknummern. Johns Version von No One But You war besonders kraftvoll. Dennoch ist es wichtig, dass die Band die letzte Verbeugung erhält – diese Musiker sind die wahren Stars der Show.
We Will Rock You ist keineswegs ein bahnbrechendes Theaterstück, aber es ist sicherlich ein unterhaltsamer Abend selbst für die härtesten West-End-Größen. Risse und Falten mögen sichtbar sein, aber die Musik ist zeitlos, und das wird für immer das größte Kapital der Serie bleiben.
Eingereicht vom Gastblogger @ed_nights