Lyn Gardners wöchentliche Picks

Published on 29 June 2026

David Morrissey, Mary Louise Parker, Rosie Sheehy und Tom Glynn-Carney spielen in The Oresteia at the Bridge, einer neuen zeitgenössischen Version der griechischen Tragödie, geschrieben und inszeniert von Simon Stone. Das dürfte etwas Besonderes werden, denn Stone hat bereits einige der denkwürdigsten Shows der letzten 15 Jahre abgeliefert, darunter Medea im Barbican und das erstaunliche Yerma im Young Vic mit Billie Piper. Aischylos' mächtiges Stück mag vor zwei Jahrtausenden geschrieben worden sein, aber Stone wird es wahrscheinlich frisch wirken lassen. 

Simon Stones Theater ist immer recht unverwechselbar, wirkt aber im Vergleich zum Werk des japanischen Theatermachers Hideki Noda recht harmlos, dessen Werke unter anderem The Bee mit Kathryn Hunter und A Night at the Kabuki umfassten, das Romeo und Juliemit Queens A Night at the Opera verschmolz.**** In dieser Woche in Sadler's Wells sind Noda und seine 25-köpfige Truppe in −320°F zu sehen, einem Werk**,** das vom Faust-Mythos über einen Mann auf der Suche nach dem Geheimnis des ewigen Lebens inspiriert ist.

Lyn Gardners wöchentliche Picks
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Es ist nur einen Steinwurf von Sadler's Wells bis zur Arcola, wo man Bella Merlins Stück Tilly No-Body über Tilly Newes sehen kann, die Schauspielerin, die Lulu in Frank Wedekinds skandalösem Stück auf der Bühne spielte und ihn anschließend 1904 heiratete. Doch es war keine glückliche Ehe, und Wedekind war sowohl besitzergreifend als auch erniedrigend, wodurch sie zu einem Niemand wurde. Doch trotz mehrerer Suizidversuche überlebte sie die Ehe und schrieb ihre eigene Geschichte, eine Autobiografie, auf der Merlins Show – ein Erfolg im letzten Jahr in Edinburgh – basiert. 

Es sind 20 Jahre vergangen, seit Richard E. Grant zuletzt auf der Bühne stand, doch er kehrt im September in einer Wiederaufnahme von Noel Cowards Hay Fever im Wyndhams zurück, was eigentlich sehr stilvoll sein sollte. Ihm gegenüber gibt sie ihr Bühnendebüt mit der amerikanischen TV-Schauspielerin Christine Baranski (The Big Bang Theory, The Good Wife und The Gilded Age). Die Geschichte der unglaublich unkonventionellen Familie Bliss, die jeweils einen Wochenendgast eingeladen hat, ohne es den anderen zu sagen, kann ein Vergnügen sein, ist aber berüchtigt schwer zu treffen. Glücklicherweise inszeniert Emily Burns, die Dodie Smiths Dear Octopus 2024 im National so gelungene Werk geschaffen hat, diese Komödie mit äußerst schlechten Manieren, und die Chancen stehen gut, dass sie sie außerordentlich gut machen wird.

Lyn Gardner

By Lyn Gardner

Lyn Gardner ist ein renommierter Theaterjournalist und ehemaliger Kritiker mit jahrzehntelanger Erfahrung in der Berichterstattung über britisches Theater, von West-End- und Randtheater bis hin zu großen West-End-Produktionen.